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Zurück zur ÜbersichtHelmut Bilzer baute Raesfelder Schlosskapelle nach
20.02.2010
RHADE Helmut Bilzer ist glücklich. Zwei Jahre hat der Rhader an einem 170 Kilogramm schweren Modell der Raesfelder Schlosskapelle im Maßstab 1:15 gearbeitet. Jetzt steht das beeindruckende Bauwerk in seinem Wohnzimmer.
Ruhige Chormusik dringt aus den beleuchteten Fenstern. „Das ist der coolste Lautsprecher der Welt“, sagt der Rhader und lehnt sich entspannt auf seinem Sofa zurück.
Bei einer Radtour durch Raesfeld beeindruckte ihn das Eingangsportal der Schlosskapelle derart, dass er sich an den Nachbau wagte. Im Maßstab 1:15. Das war im Jahr 2008. „Wir haben ihn für verrückt erklärt“, sagt sein Frau Annerose zu dem Tag, als ihr Mann der Familie eröffnete, nun auch noch das komplette Kirchenschiff nachbauen zu wollen. Was ein weiteres Jahr Arbeit in der Garage bedeutete.
Gelernter Maurer
Bilzer ist gelernter Maurer und schätzt an seinem Modell, „dass man erkennen kann, was der Architekt sich gedacht hat.“ Da ihm keine Baupläne zur Verfügung standen, musste er sich mit Fotos behelfen. „Alles an dieser Kapelle hat seinen Sinn und Zweck“, sagt Bilzer bewundernd. Und das könne man am Modell sogar besser erklären als am Original-Bauwerk. „Es ist auch interessant, so ein Modell zu planen.“
Stein für Stein fertigte Bilzer in Handarbeit an, überlegte, wie er Bögen, Fenster, Treppen und Türen so originalgetreu wie möglich umsetzen könne. „Er ist richtig pingelig“, sagt Annerose Bilzer über ihren Mann. „Wie ein Uhrmacher.“ Ein bisschen Hilfe erhielt Bilzer von seinem Sohn Matthias Scheidig, Produktdesigner von Beruf. Er fertigte das Wappen und die Eingangstür an.
Keine Toleranzen
Als die 16 Einzelteile des Modells fertig waren, ging es an den Zusammenbau. „Da bin ich noch mal ein bisschen ins Schwitzen gekommen“, gibt Bilzer zu. Alles musste passgenau verschraubt werden: „Da gibt es keine Toleranzen.“
Bereits an diesem Wochenende wird Bilzer das Modell allerdings wieder auseinander nehmen. Denn es soll im Atelier seines Sohnes Matthias im Essener „Unperfekthaus“ für ein Quartal den Besuchern gezeigt werden. Anschließend würde Bilzer sein Modell durchaus für weitere Ausstellungen zur Verfügung stellen. „Vielleicht ja sogar mal im Schloss Raesfeld?“
Quelle: Dorstener Zeitung - 20.02.2010
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