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Naturschutzgebiet "Rhader Wiesen"

Das Feuchtwiesenschutzgebiet "Rhader Wiesen" RE-001K1 liegt südlich von Rhade außerhalb des FFH-Gebietes (Fauna-Flora-Habitat) exclusive des Rhader Mühlenbaches, der zum FFH-Gebiet DE-4208-301 "Bachsystem des Wienbaches" gehört.

Das Naturschutzgebiet gibt es seit 1987 es liegt inmitten land- und forstwirtschaftlich genutzter Flächen. Es ist 210,20ha groß. Schon um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden die Rhader Wiesen zum größten Teil als Grünland genutzt. Diese Nutzung hat sich weitgehend bis heute erhalten, jedoch sind in den letzten Jahren einige Flächen in Acker umgewandelt worden.

Seit 1985 hat der Grünlandanteil allerdings wieder deutlich zugenommen. Die Grünlandflächen des Naturschutzgebietes werden heute überwiegend intensiv genutzt, vor allem als Mähweide. Stellenweise treten Flutrasen auf. Zahlreiche Flächen wurden neu eingesät. Pflegeumbrüche sind eine häufig durchgeführte Maßnahme. Gehölze sind im Untersuchungsgebiet nur wenige vorhanden. Entlang der Strassen-, Graben- und Uferränder stehen Baumreihen, Hecken, Einzelbäume, Kopfbäume. Im Nordosten des Gebietes stockt ein Feldgehölz. Neben standortgerechten Gehölzen treten auch gepflanzte, standortfremde Arten wie Pappeln und Fichten auf. Im Feldgehölz befindet sich ein Kleingewässer mit großenteils steilen Uferböschungen. Auf den flachen Ufern haben sich Sumpfpflanzen angesiedelt. Zwei Kleingewässer wurden im Gebiet angelegt. Bei einem wurde der Erdaushub zu einem Damm aufgeschüttet.

Im Spätherbst 1992 und 1993 wurden im Rahmen der Optimierungsmaßnahmen laut Biotopmanagementplan fünf Blänken erstellt. Hier konnte bereits eine interessante Libellenfauna nachgewiesen werden. Durch das NSG fließen drei Bäche, der Rhader Bach, der Schafsbach und der Rhader Mühlenbach, der zum FFH-Gebiet gehört. Innerhalb des Naturschutzgebietes sind die Bäche vertieft, begradigt und im Regelprofil ausgebaut, die Ufer abschnittsweise mit alten Holzlatten befestigt. In den nur örtlich von Gehölzen gesäumten Bächen leben einige seltene Fischarten sowie anspruchsvolle Wirbellose.

Der Schafsbach fällt wegen eines gestörten Grundwasserstandes im Sommerhalbjahr langfristig trocken, die Bachsohle ist verkrautet. Bis Mitte der 80er Jahre haben im Gebiet noch drei Paare des Grossen Brachvogels gebrütet. Weitere gefährdete Vogelarten brüten hier. Das Naturschutzgebiet ist auch als Nahrungsraum für zahlreiche andere Vögel, als Überwinterungsgebiet für Gänse und als Rastgebiet für Durchzügler von Bedeutung.

Dem NSG kommt eine besondere Funktion hinsichtlich der Schaffung einer biologischen Verbindungsachse zwischen den überregional bedeutsamen Schutzgebietssystemen Niederrhein-Auen und Heubachniederungen zu.

(Quelle: www.naturschutzinformationen-nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/RE_001K1 )

Naturschutzgebiet "Bachsystem des Wienbaches"

Im Nordwesten des Recklinghäuser Kreisgebietes findet sich dieser in Nordrhein-Westfalen einzigartiger Naturlebensraum. Mehr als 35 Kilometer Bachlandschaft nördlich der Lippe, naturnah eingebettet in das Westfälische Tiefland, bilden seit 2005 mit ca. 680 ha das zweitgrößte Naturschutzgebiet im Kreis Recklinghausen. 

Eine hervorragende Wasserqualität in Verbindung mit der typischen Morphologie von Flachlandgewässern haben hier eine reiche Population an Fisch- und Rundmäulerarten  bewahrt. Einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung dieser Gewässer und ihres naturnahen Umlandes haben in den zurückliegenden Jahren eine zurückhaltende örtliche Siedlungspolitik im Zusammenspiel mit einer naturschonenden Land- und Forstwirtschaft geleistet.

Das Schutzgebiet "Bachsystem des Wienbaches", in dem der Wienbach selbst, Midlicher Mühlenbach, Hammbach, Kalter Bach sowie der Rhader Mühlenbach und der Hervester Bruchgraben liegen, ist von der Bundesrepublik Deutschland als ein Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung, gemäß der FFH-Richtlinie der Europäischen Union gemeldet worden. Mit seiner einzigartigen Fauna soll das Bachsystem für andere Gewässersysteme die Grundlage zur Wiederbesiedlung mit natürlichen Organismen liefern.

Bergbauliche Einwirkungen haben allerdings in den zurückliegenden Jahren die natürliche Vorflut des Wienbaches zur Lippe unterbrochen. Wandernde Arten der Gewässer finden kaum noch ihren Weg in andere Gewässer und der Austausch mit anderen Gewässersystemen ist erschwert. Ein planerischer Ansatz zur Erhaltung der ökologischen Funktion des Gewässers wird somit in den nächsten Jahren sein, die Wandermöglichkeiten für Fische und Rundmäuler wieder herzustellen.

Unabdingbar gehört zu dem naturnahen Gewässersystem ein schützendes Gewässerumfeld. Feuchte Wiesen und naturnahe Wälder, einbezogen in das Naturschutzgebiet begleiten die Bäche, schirmen diese ab und tragen durch ihre Filterfunktion wesentlich zur Erhaltung der hohen Wasserqualität bei.
Der eindruckvollste Teil dieser Feuchtwiesenkomplexe findet sich nahe Dorsten im Hervester Bruch. Zahlreiche Vogelarten, darunter brütende Störche, haben hier einen idealen Lebensraum.

Zusammen mit den benachbarten, älteren Naturschutzgebieten Wittenberge und Deutener Moore, Rhader Wiesen und Wessendorfer Elven liegen im Norden der Stadt Dorsten mehr als 1000 ha Naturschutzgebiet.

Zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Bachlebensräume beabsichtigt das Vestische Umweltzentrum, die Durchgängigkeit und die Strukturen (Lebensraumqualität) der Bachläufe zu verbessern. Barrieren sollen beseitigt und Durchlässe vergrößert werden. Die Bachufer sollen mit Röhricht und typischen Gehölzen angereichert werden. Ufernahes Grünland soll möglichst weiter extensiviert und Pufferstreifen zu angrenzendem Ackerland geschaffen werden. Zur Umsetzung dieser Ziele setzt das Umweltzentrum weiterhin auf die Kooperation mit den landwirtschaflichen Betrieben. Neben dem Ankauf von Grundstücken kommen auch bewährte Methoden wie der Vertragsnaturschutz, Pacht und finanzielle Entschädigung für Ertragsausfälle infolge extensiver Bewirtschaftung in Betracht.

(Quelle: www.kreis-re.de/default.asp?asp=showschlagw&zae=1653 )