Tor zum Münsterland, Brücke ins Ruhrgebiet

9. November: Gedenkstunde im Dorstener Jüdischen Museum rüttelt auf

Nie war der Bezug zur Gegenwart deutlicher zu spüren 

Alljährlich wird am 9.November an die schreckliche Pogromnacht 1938 in Deutschland und Dorsten erinnert.
Traditionell seit Jahren im Jüdischen Museum. Ein immer wiederkehrendes Ritual? Und damit verzichtbar? Dr. Norbert Reichling, Leiter des Museums, hat in seiner sehr aktuellen und politischen Ansprache den schwierigen Spagat zwischen Gedenken, Mahnung und Aufforderung zur Verteidigung unserer Grundrechte nachhaltig geschafft - und damit verdeutlicht, dass der 9. November mehr ist als ein traditionelles Treffen. Eine hochpolitische Ansprache, die klar machte, dass jetzt viel mehr Zivilcourage aus der Mitte unserer Gesellschaft nötig ist, um die intoleranten Tendenzen und Taten, die nicht mit unseren Grundrechten in Einklang zu bringen sind, einzudämmen. Das war deutlich. Das war dringend nötig. Allein die Tatsache, dass 2019 hier lebende Juden darüber nachdenken (müssen), Deutschland wegen Anfeindungen, Beleidigungen, tätlichen Angriffen ... (frühzeitig) zu verlassen, lässt uns schaudern.

Nie wieder! Das war unser Versprechen nach 1945. Es wird Zeit, dass wir diesen Eid unmissverständlich einlösen. Der 9. November und die alljährliche Gedenkstunde im Dorstener Jüdischen Museum helfen uns dabei.

(Das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten ist immer einen Besuch wert. Siehe auch www.jwm-dorsten.de)

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